Samstag, 18. September 2010

Walzenspinnen

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Wissenschaftlicher Name
Solifugae

Größe
Die größten Walzenspinnen messen von Kopf bis Hinterleib bis zu 7 cm; mit Beinen 12cm.

Giftigkeit
Giftdrüsen fehlen diesen Tieren.

Beißkraft
Die Cheliceren zählen, in Relation zur Körpergröße, zu den stärksten Beißwerkzeugen im Tierreich. Sie können Gestein bearbeiten und in zähen Kadavern sowie an Säugetieren tiefe Fleischwunden reißen. Ihr Biss ist für den Menschen sehr schmerzhaft und kann große Schwellungen durch Infektionen hervorrufen.

Schnelligkeit
Walzenspinnen sind äußerst schnell in ihrer Fortbewegung (16 km/h - fast halb so schnell, wie der schnellste Mensch der Welt!), die sie jedoch oft ruckhaft unterbrechen, was vermutlich daher rührt, dass die Tiere als Atmungsorgane lediglich Tracheen besitzen.

Aggressivität
Walzenspinnen sind aggressive Tiere, die sich oftmals auch größeren Gegnern stellen, in der Regel jedoch größere Tiere nur angreifen, wenn sie sich bedroht fühlen. Daher sind Bisswunden bei Menschen eher selten und meist auf Fehler im Umgang mit diesen Tieren zurückzuführen.

Vorkommen
Die Walzenspinnen leben meist in Trockengebieten, dabei vor allem in Wüsten und Steppengebieten. Einige Arten sind im Mittelmeerraum zu finden. Die meisten Arten sind nacht- oder dämmerungsaktiv und verbringen den Großteil des Tages in selbstgegrabenen Wohnröhren unter Steinen. Die nordamerikanische Art Mossamedessa abnormis lebt allerdings weitgehend unterirdisch.

Nahrung
Walzenspinnen ernähren sich in erster Linie von Insekten, Webspinnen, Skorpionen, anderen Walzenspinnen und sogar kleinen Reptilien.

Lebensweise der Walzenspinnen
Sie suchen aktiv nach Beute, die durch die Pedipalpen festgehalten und durch die schweren Cheliceren aktiv zerkleinert wird. Die Nahrung wird außerhalb des Körpers vorverdaut und gelangt bereits in breiigem Zustand in den Verdauungstrakt.

Drohgebärden
Bei Gefahr drohen die Walzenspinnen dem potentiellen Angreifer mit den Cheliceren, wobei einige Arten auch durch das Aneinanderreiben der Zangen stridulieren können.

Reproduktion
Die Eiablage erfolgt in speziell gegrabenen Brutkammern. Die Eier werden hier von den Weibchen bewacht und verteidigt (Brutpflege). Über mehrere Nymphenstadien (Anzahl nach Art verschieden) entwickeln sich die Tiere zu ausgewachsenen Walzenspinnen.



Trivia
In den USA seit dem Irakkrieg sehr bekannt unter dem Namen camel spider. Geht auf die unter den GIs erzählte Legende zurück, dass Walzenspinnen Kamele töten könnten. Die in den Nordamerikanischen Wüsten heimischen Arten der Walzenspinnen, sind dort eher unter dem Namen sun spiders bekannt.
Der wissenschaftliche Name Solifugae - lateinisch: Sonnenflüchter - beruht auf die Lichtscheuheit der meisten Walzenspinnen. Wer einer Walzenspinne den Schatten wegnimmt (z. Bsp. einen Stein aufhebt) kann die erschreckende Erfahrung machen, dass die Walzenspinne in ihrer unglaublichen Geschwindigkeit zum nächsten Schatten flüchtet, der nicht selten der eigene Schattenwurf ist!


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